Wie fördert die Grundschule Büttenberg mein Kind?

Ein Förderkonzept

 

 

 

Förderung in der Eingangsstufe

 

Abhängig vom Wunsch der Eltern werden die Kinder unserer Schule entweder in einer Jahrgangsklasse unterrichtet oder in einer jahrgangsübergreifenden Klasse (Kombiklasse).

 

Der Unterschied liegt nicht im Inhalt des Unterrichts, sondern in der Form, wie der Unterricht organisiert ist.

 

In den Kombiklassen lernen immer zwei Jahrgänge gemeinsam miteinander und voneinander.

Im Sachunterricht, im Sport, in Kunst und Musik werden das erste und zweite Schuljahr grundsätzlich gemeinsam unterrichtet.

Wenn aber der Leselehrgang unterrichtet wird, trennt sich die Klasse in zwei Gruppen. Die Kinder, die noch nicht lesen können, arbeiten im Leselehrgang, alle Kinder die schon lesen können, haben Deutschunterricht. Die Einteilung der beiden Gruppen ist aber nicht vom Alter der Kinder abhängig, sondern von ihren Kenntnissen und Fähigkeiten. Sie erfolgt nicht in 1. Schuljahr und zweites Schuljahr, sondern in Leser und Leselerner.

 

Auch in den Jahrgangsklassen haben wir das Ziel, die Kinder individuell nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu fördern, unabhängig davon, wie alt sie sind oder wie lange sie schon die Schule besuchen. Dies erreichen wir durch innere und äußere Differenzierung.

Unsere langjährige Leiterin des Schulkindergartens, arbeitet in den Klassen gemeinsam mit der Klassenlehrerin im differenzierten Unterricht. Sie arbeitet aber auch mit kleinen Lerngruppen stundenweise im eigens dafür eingerichteten Förderraum. (LERNSTUDIO)

 

 

Die Förderung in den ersten beiden Grundschuljahren beginnt schon bei der Anmeldung zur Schule im Novemer vor dem Einschulungsjahr.

 

Bei der Anmeldung durchlaufen alle Kinder ein Diagnoseverfahren, um möglichst frühzeitig den Lern- und Entwicklungsstand jedes Kindes zu erfassen.

Es wird die Sprachentwicklung mit dem Verfahren „Fit in Deutsch“ festgestellt. Kinder, die in diesem Test auffällig sind, werden innerhalb von drei Wochen mit dem erweiterten Sprachtest gestestet. Sollten sich hier der erste Eindruck erhärten, dass noch Sprachdefizite vorhanden sind, werden die Kinder zum Besuch eines vorschulischen Sprachkurses verpflichtet.

Die Ziele dieser Förderung sind Wortschatzerweiterung, Erweiterung der kommunikativen Möglichkeiten, Anlegen, bzw. Festigen grammatikalischer Strukturen.

 

Die zweite Diagnoserichtung zielt auf die Entwicklung der Phonologischen Bewusstheit, der Grob- und Feinmotorik, der Entwicklung im mathematischen und abstrakten Denken.

 

Wir holen uns von den Eltern während der Anmeldung die Erlaubnis ein, mit den Kindergärten in Kontakt zu treten. Die Ergebnisse der ersten Diagnostik besprechen wir mit den Kindergärten, um dort gemeinsam über mögliche Förderung im letzten Kindergartenjahr zu sprechen. Wir stimmen ab, ob diese Förderung im Kindergarten erfolgen kann oder die Eltern durch den Kindergarten auf weitere Fördermöglichkeiten aufmerksam gemacht werden sollen.

 

Im Mai oder Juni vor der Einschulung nehmen alle zukünftigen Schüler an einem „Schulspiel“ teil, um festzustellen, welcher Lern- und Entwicklungsstand zu diesem Zeitpunkt aktuell ist.

Aus diesen Erkenntnissen, werden, falls möglich, schon die ersten Förderpläne erstellt.

Daran arbeiten alle Kollegen, die das Kind im Schulspiel beobachtet haben unter Leitung der zukünftigen Klassenlehrerin mit.

 

Nach der Einschulung beobachten die unterrichtenden Lehrer die Kinder ca. 6 Wochen im Unterricht unter den Aspekten: Feinmotorik, Grobmotorik, Phonologische Bewusstheit, mathematisches Denken, Arbeitsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kommunikationsverhalten, Sozialverhalten, … und die Klassenlehrein hält die Beobachtungen in standardisierten Beobachtungsbögen fest.

Diese Beobachtungen sind die Grundlage von Förderplänen, die erstmals nach den Herbstferien vorliegen sollen.

Diese Förderpläne werden quartalsmäßig überprüft und fortgeschrieben.

Ein wichtiger Grundsatz der Beobachtung ist, dass verschiedene unterrichtende Lehrer, die Kinder beobachten und die Beobachtungen im Dialog mit anderen Lehrern festgehalten werden. Zu diesem Zweck ist es an unserer Schule Prinzip, dass vom ersten Tag an mindestens zwei Lehrer die Hauptfächer Mathematik, Sachunterricht, Deutsch unterrichten.

Mehr Augen sehen mehr und unterschiedliche Prioritäten verändern die Wahrnehmung. So erhoffen wir uns ein möglichst umfassendes und objektives Bild jedes Schülers und jeder Schülerin.

 

Alle Jahrgänge arbeiten nach den internen Lehrplänen. Dadurch können alle Klassen der Eingangsstufe thematisch gleich arbeiten. Die Unterrichtsplanungen werden in einer institutionalisierten Teamsitzung einmal wöchentlich gemeinsam vorgenommen und die notwendige Arbeit zwischen den beteiligten Lehrerinnen verteilt, Daraus ergibt sich ein Angebot für die Klassen 1 und 2 aus dem jeder Lehrer so auswählen kann, dass die innere Differenzierung innerhalb einer Lerngruppe selbstverständlich ist.

 

Äußere Differenzierung im Bereich Sprache/Sachunterricht findet mehrmals ca. 10 Stunden vor allem im ersten Schuljahr statt.

Die Kinder, die nach den ersten Beobachtungswochen als gefährdet in ihrer Lernentwicklung eingestuft werden, verlassen stundenweise die Klasse, um in einer Kleingruppe mit der Sozialpädagogischen Fachkraft, weiter zu lernen.

Dabei achten wir darauf, dass die Themen und Inhalte der Stunden gleich bleiben. Ziele und Lernwege dagegen werden auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder abgestimmt.

 

Im Bereich Mathematik haben wir die äußere Differenzierung durch das Matheband zum Regelfall werden lassen.

In der Eingangsstufe haben wir mindestens vier Mathegruppen für 3 Lerngruppen. Die genaue Einteilung und Zielsetzung der einzelnen Gruppen sind ausführlich dargestellt in unserem Förderkonzept Mathematik.

 

An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass das Förderband bestens geeignet ist, sowohl mathematisch schwach begabte, als auch mathematisch hoch begabte Kinder zu fördern. Schulinterne Vereinbarungen zu grundsätzlichen organisatorischen Aspekten des Lernens erleichtern es den Kindern, sich selbst und ihre Arbeit zu managen.

In unserer Schule wurden den verschiedenen Fächern, Farben zugeordnet, die in allen Klassen gleich sind.

Zwischen Kollegen finden Absprachen statt, welche Verantwortung für das Lernen in die Hand der Kinder gelegt wird, wie Hausaufgaben aufgeschrieben werden, wie Lernwerkstätten organisiert werden u.s.w.

Ziel der Absprachen ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler und alle Lehrerinnen sich sofort ohne Einarbeitung in jeder Lerngruppe zurechtfinden.

In unseren Augen ist dies ein wichtiger Schritt, um effektiv lernen und lehren zu können.

Vor dem Hintergrund, dass in unserer kleinen Schule Erkrankungen von Kollegen nicht vertreten werden können und unser Vertretungskonzept vorsieht, dass unversorgte Klassen auf andere Klassen verteilt werden müssen, erleichtert das auch den „Gastschülern“ sich in jeder Klasse zurecht zu finden.

 

Förderung hochbegabter Schüler

 

Die Förderung hochbegabter Schüler ist für uns kein Extrapunkt des Förderkonzepts, sondern ist integriert in den Fördermaßnahmen für alle Schüler.

Mathematisch hochbegabte Schüler nehmen in der Regel am Unterricht einer höheren Jahrgangsstufe teil. Die äußere Organisation des Matheunterrichts ermöglicht dies, ohne Probleme.

In Kombiklassen arbeiten die Kinder selbstverständlich an den Aufgaben, die ihrem Leistungsvermögen entsprechen und nicht ihrer Jahrgangszugehörigkeit. Die Zusammenarbeit  zwischen den Kombiklassen K1/2 und K3/4 ist ebenfalls Routine, dass auch ein Sprung von der Klasse 2 in die Klasse 3 während des laufenden Schuljahrs ohne Probleme möglich ist.

In den Jahrgangsklassen gestaltet sich der Sprung in eine höhere Klasse aus emotionalen Gründen etwas schwieriger, ist aber ebenso ein Mittel der Wahl, wie die individualisierte Förderung in der bisherigen Klasse.

Wenn abzusehen ist, dass die Grundschule nach drei Jahren voraussichtlich verlassen wird, sollen die Kinder jedoch im letzten Grundschuljahr ein viertes Schuljahr besuchen, um alle Aspekte des Wechsels mit gleich betroffenen Schülern zu erleben. Ein Sprung von der Klasse 3 in die Klasse 5 halten wir für emotional zu belastend. Eine Vorbereitung auf den Schulwechsel, wie er in den vierten Schuljahren stattfindet, fehlt diesen Kindern dann. Vollkommen unvorbereitet müssten sie dann den Schulformwechsel verarbeiten.