Werkstattunterricht

 

Eine der an unserer Schule ebenfalls häufig praktizierten Unterrichtsform ist die sogenannte Werkstatt.

 

Der Begriff Lernwerkstatt / Werkstattunterricht tauchte in den letzten Jahren immer häufiger im Zusammenhang mit offenen Lernangeboten auf.

Gemeint ist eine projektähnliche offene Unterrichtsform, in der Kinder sich Inhalte selbständig erarbeiten. Der Unterschied zum Projekt liegt vor allem darin, dass

a)    kein vorzeigbares Endprodukt entstehen muss,

b)    die Planung ausschließlich vom Lehrer ausgeht.

 

Der Begriff Lernwerkstatt wurde vor allem von Schweizer Pädagogen geprägt. So sind die ersten Publikationen auch in der Schweiz erschienen.

 

Eine Lernwerkstatt kann sowohl thematisch gebunden als auch ungebunden sein. Sie kann als reiner Werkstattunterricht stattfinden aber auch in Vermischung mit anderen Unterrichtsformen.

Die zeitliche Bearbeitung dauert, je nachdem ob sie als Reinform oder in Mischform angeboten wird, von täglich einer bis 2 Stunden bis zur Dauer von vier Wochen jeweils den gesamten Schulvormittag.

Werkstattunterricht ist Angebotsunterricht, der aus grundlegenden (Pflicht-) Aufgaben und offenen Anregungen besteht. In der Regel sind die Arbeitsangebote vorstrukturiert.

Pro Woche Werkstattunterricht (in der Reinform) sollten 20 – 30 Angebote zur Verfügung stehen. Das bedeutet ein Mehrangebot von ca. 50 %.

Selbstverständlich stehen alle Angebote immer im Sachzusammenhang. Der handelnde Umgang mit dem Lerngegenstand ist eine ganz wichtige Eigenschaft der Lernwerkstatt. Dazu können Wiederholungs- und Übungsaufgaben mit neuen Angeboten ergänzt werden.

Zur besseren Übersichtlichkeit für die Schüler werden die Lernangebote nummeriert,  sie enthalten Angaben zur Sozialform und die Schüler erhalten eine Übersicht über alle  Aufgaben und Materialien. Die obligatorischen Aufgaben sind für jedes Kind individuell gekennzeichnet.

 

Werkstattunterricht benötigt wie andere offene Unterrichtsformen ein eigenes Rollenverständnis des Lehrers, d.h. der Lehrer wird zum Manager im Klassenzimmer. Er entwickelt Materialien und Lernangebote und stellt diese bereit.

Er unterrichtet nicht die ganze Klasse, sondern immer wieder einzelne Kinder oder kleine Gruppen. Er entdeckt gemeinsam mit ihnen die Welt.

Eine wichtige Lehreraufgabe ist die Beobachtung und das Diagnostizieren von Fähigkeiten und Bedürfnissen der einzelnen Kinder. Der Lehrer muss die Schüler anregen zu fragen und aktiv zu werden. Dazu bedarf es immer wieder vieler Gespräche. Er muss gleichzeitig die Übersicht haben über Arbeitsverhalten und Lernfortschritt jedes einzelnen Kindes.

Zu diesem Zweck ist der Übersichtsbogen für die Kinder so angelegt, dass er auch der Lehrerkontrolle dient.

 

Zur Arbeitserleichterung aller Kollegen haben wir bereits „Themenkisten“ entwickelt, die eine Zusammenstellung aller an der Schule vorhandenen Materialien wiederkehrenden Themen enthalten. Zusammen mit Literatur und Links bedeuten Sie eine große Arbeitsentlastung für die Kollegen, die eine Werkstatt zusammenstellen.

 

In der Regel planen wir eine Werkstatt im Team und jahrgangsübergreifend, damit jeder einzelne Lehrer in der umfangreichen Vorbereitung entlastet wird.

Gleichzeitig ist diese Zusammenarbeit ein sicheres Mittel, Unterrichtsausfälle durch Erkrankung größtenteils zu vermeiden.

Eine für die Eingangsstufe vorbereitete Werkstatt, kann anstatt von zwei Lehrern in dieser Situation auch einmal von einem Lehrer betreut werden, weil alle Kinder mit der Arbeitsform „Werkstatt“ vertraut sind.