Förderkonzept  Mathematik

 

Für den Bereich der Mathematik haben wir dazu eine Organisationsform gefunden, die jedes Kind genau dort fördert, wo es steht.

Zunächst haben wir in den Klassen 1 und 2 unser „Matheband“ erprobt. Alle Kinder des ersten und zweiten Jahrgangs haben täglich in der dritten Stunde Mathe. Allerdings wird Mathematik jetzt klassen- und jahrgangsübergreifend unterrichtet.

Alle beteiligten Erwachsenen (Eltern und Lehrer) haben diesen zunächst begrenzten Wechsel der Organisationsform recht kritisch betrachtet. Die Kinder waren von Anfang an mit der neuen Organisation zufrieden. Nach einigen Wochen waren aber auch Eltern und alle Lehrer vom Erfolg überzeugt.

Die drei Klassen in der Eingangsstufe wurden im zweiten Halbjahr 2004/2005 von vier Lehrern unterrichtet, die wie folgt eingeteilt waren.

 

Gruppe 1:

Kinder des ersten Schuljahrs, deren Zahlvorstellungen noch sehr konkret sind. Diese Kinder brauchen intensive handelnde Phasen und intensive Übungen, um die grundlegenden Lernziele zu erreichen. Diese Gruppe war mit 12 Kindern sehr klein, damit auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingegangen werden konnte.

 

Gruppe 2:

Hier lernten die Kinder zusammen, die den Zahlenraum bis 20 verstanden hatten und hier ihre Fertigkeiten üben und sichern mussten. In der Regel waren diese Kinder im ersten Schuljahr. Aber auch Kinder des zweiten Schuljahr, die die Struktur unseres Zahlensystems Hunderterraum noch nicht ganz verstanden hatten, übten hier intensiv das Rechnen und den Zehnerübergang. Die Grundrechenarten des zweiten Schuljahrs (Multiplikation und Division) wurden ebenfalls auch einfachem Niveau eingeübt, so dass die Kinder des zweiten Schuljahrs, alle grundlegenden Fertigkeiten erlernten, die sie im dritten Schuljahr als Grundlage brauchen.

 

Gruppe 3

Hier lernten alle Kinder zusammen, die den Zahlenraum bis 100 sicher beherrschen und auch anspruchsvollere Rechenoperationen durchführen konnten.

Die Gruppe bestand überwiegend aus Kindern des zweiten Schuljahrs, aber auch Kinder des ersten Schuljahrs arbeiteten hier erfolgreich mit.

 

Gruppe 4

Hier waren die Kinder zusammengefasst, für die der normale Mathematikunterricht keine Herausforderung mehr darstellte. Innerhalb des Zahlenraums bis 100 beschäftigten sich diese Kinder mit sehr kniffligen Fragen der Mathematik. Sie sollten weiterhin mathematisch gefordert werden und sich nicht langweilen. Trotzdem wollten wir die Lerninhalte der Klasse 3 nicht vorweg nehmen.

 

 

Während der Arbeit im Matheband kam von Seiten der unterrichtenden Lehrer der Vorschlag, in diese Organisation des Matheunterrichts alle Jahrgänge einzubeziehen, damit auch die Gruppe 4 weiterlernen kann und nicht „künstlich“ auf den Zahlenraum bis 100 beschränkt wird.

Aus diesem Grund starten wir im Schuljahr 2005/2006 mit dem „Matheband“ durch alle Klassen. Für die 6 Klassen stehen insgesamt 7 Lehrer zur Verfügung. Die Gruppen werden nicht größer sein, als eine normale Klasse. Kinder, die jedoch mehr Zuwendung benötigen, können sie so eher bekommen.

 

Somit werden seit dem Schuljahr 2005/2006 alle Kinder in jahrgangs- und klassenübergreifenden Mathegruppen unterrichtet.

 

Gruppe 1 :   Kinder des ersten Schuljahr mit erhöhtem Unterstützungsbedarf in Mathematik.

 

Gruppe 2:    Kinder des ersten Schuljahrs mit altersgemäß entwickelten mathematischen Kenntnissen und Kinder des zweiten Schuljahrs mit erhöhtem Wiederholungs- und Förderbedarf.

 

Gruppe 3:    Kinder des zweiten Schuljahrs mit durchschnittlich entwickelten mathematischen Kenntnissen und Fähigkeiten, Kinder des ersten Schuljahrs, mit entsprechenden Vorkenntnissen, Kinder des dritten Schuljahrs mit erhöhten Wiederholungs und Förderbedarf.

 

Gruppe 4:    Kinder des dritten Schuljahrs mit durchschnittlich entwickelten mathematischen Kenntnissen und Fähigkeiten, Kinder des zweiten Schuljahrs, mit entsprechenden Vorkenntnissen, Kinder des vierten Schuljahrs mit erhöhten Wiederholungs und Förderbedarf.

 

Gruppe 5:    Kinder des vierten Schuljahrs mit durchschnittlich entwickelten mathematischen Kenntnissen und Fähigkeiten, Kinder des dritten Schuljahrs, mit entsprechenden Vorkenntnissen.

 

Gruppe 6:    Kinder des vierten Schuljahrs, die die Lernziele der Grundschule bereits auf hohem Niveau erreicht haben.

 

Gruppe 7:    Fördergruppe mit Kindern aus allen Jahrgängen, die für eine begrenzte Zeit, individuelle Betreuung benötigen.

Z.B. Kinder, die demnächst in eine „höhere“ Gruppe springen sollen oder Kinder, die drohen den Anschluss in Ihrer Gruppe zu verlieren.

 

 

Immer wieder wechseln neu eingeschulte Kinder direkt in eine Mathegruppe, die eigentlich dem zweiten Schuljahr zugeordnet ist. Nach drei Jahren haben sie sich den Grundschulstoff in Mathematik erarbeitet. Falls sie ein viertes Jahr die Grundschule besuchen und nicht nach drei Jahren in die weiterführende Schule wechseln, besuchen sie im vierten Jahr eine Fördergruppe Mathematik, die sich mit mathematischen Inhalten außerhalb des Lehrplans beschäftigen.

Die Inhalte dieses Unterrichts werden ab dem Schuljahr 2006/2007 erarbeitet.

Mögliche Inhalte sind Zahlentheorie, Stochastik, Besonderheiten der Geometrie und ähnlich interessante Randgebiete der Mathematik. Der Stoff der Sekundarstufe I soll nicht vorgezogen werden, da eine entsprechende Weiterförderung in den weiterführenden Schulen nicht garantiert werden kann.

Jedes Quartal wird in einer Dienstbesprechung die Einteilung der Mathegruppen besprochen und überprüft, ob jedes Kind optimal aufgehoben ist. Sollte ein Wechsel der Mathegruppe in den Augen der unterrichtenden Lehrer notwendig sein, werden die Eltern um ein Gespräch gebeten. Wechsel in einen anderen Jahrgang erfolgen nur mit dem Einverständnis der Eltern.